Kurzbeschreibung: Projekt Klinikum Kassel

Die Notstromanlage besitzt eine Gesamtleistung von 2050 kVA und besteht aus drei Aggregaten mit einer Aggregateinzelleistung von je 680 kVA.

Für die eigentliche Notstromversorgung würden zwei der drei Aggregate genügen. Durch den Einsatz von drei NEAs, wird jedoch eine höhere Verfügbarkeit erzielt. Bei Wartungsarbeiten wird nun beispielsweise kein mobiles Leih-Aggregat mehr benötigt. Zusätzlich ist die Notstromanlage für einen Netzparallelen Probebetrieb ausgelegt, der es dem Kunden ermöglicht, Lastspitzen abzufahren oder die Anlage in den Verbund für die Minutenreserve einzugliedern.

Die Notstromanlage ist so konzipiert, dass bei einem Netzausfall alle drei Aggregate binnen 12 Sekunden nach der Detektierung des Netzausfalls die Versorgung der SV-Schiene übernommen haben. Die für eine solch schnelle Versorgung der SV-Schiene angewandte Funktion, wird Hochlaufsynchronisation genannt. Bei einer konventionell ausgelegten Notstromanlage mit drei Aggregaten, würde es mindestens 40 Sekunden dauern bis die Versorgung der SV-Schiene eingeleitet wäre.

Der Probebetrieb mit Netzbezugsregelung sieht vor, dass zunächst alle Notstromanlagen gestartet werden. Erst wenn sie sich gemeinsam auf die Generatorsammelschiene aufsynchronisiert haben, wird diese ebenfalls auf die SV-Schiene aufsynchronisiert, so dass die gesamte NEA-Anlage parallel zum Netz agiert. Nun wird die Leistung der Anlage so lange angehoben, bis der Netzbezug der SV-Schiene annähernd 0 kW beträgt. Ist dies der Fall, öffnet der Netzkuppelschalter, der die SV-Schiene mit der AV-Schiene verbindet und die NEA-Anlage hat die alleinige Versorgung der SV-Schiene übernommen. Beim Beenden des Probebetriebs wird die Anlage nochmals parallel auf das Netz aufsynchronisiert, um dann nach der gemeinsamen Entlastung die Versorgung der SV-Schiene wieder ans Netz zu übergeben.

Der Netzparallele Probebetrieb läuft ähnlich ab wie der Probebetrieb mit Netzbezugsregelung, nur dass die NEA-Anlage während des ganzen Ablaufs parallel zum Netz betrieben wird und so viel Leistung ins Netz abgibt, wie vom Kunden gewünscht wird. Zusätzlich bietet die Notstromanlage noch die Möglichkeit, über eine angeschlossene Feldbus-Schnittstelle (Profibus DP) den Start des Probebetriebs mit Netzbezugsregelung bzw. den Netzparallelen Probebetrieb von der Ferne (z. B. ZLT) aus vorzunehmen. Für den Netzparallelen Probebetrieb kann ebenfalls auch der Sollwert zur Leistungsvorgabe übermittel werden.